ET IN BARBARIA EGO
e.V. (E.I.B.E.)
Der Verein wurde im Herbst 2006 in Düsseldorf gegründet.
Dieser Verein gibt der Idee des aus Zagreb stammenden
Künstlers Milivoj Bijelic, im kroatischen Bribir einen
Ort für künstlerische und soziale Arbeit zu schaffen,
einen Rahmen für die Realisation.
Es gibt dort eine alte Schule, die schwer beschädigt ist.
Sie soll instand gesetzt werden und den Kern bilden für
dieses internationale Austauschprojekt.
Das Gebäude befindet sich in dem Ort Bribir, der ca. 25
km von Sibenik und der Küste entfernt in einer weiten
Ebene liegt.
Aus dieser landschaftlichen Lage und der ganz besonderen
Situation des Ortes heraus entwickelte sich die Idee zu
diesem Projekt.
Das Thema der Peripherie, des Randgebietes, eines
Kulturraumes, der noch nicht ganz abgesteckt ist und
darum eine große Offenheit besitzt, spielt eine tragende
Rolle.
Der Vorstellung des »Anderswo Seins«, der utopischen
Ferne wird auch schon in der Namensgebung des Vereins
Rechnung getragen. Er bezieht sich auf das seit der
Antike verwendete Motiv des utopischen Arkadiens, einer
Landschaft mit einer Art Modellcharakter für das
menschliche Leben. Auf der Grenze zwischen Zivilisation
und Wildnis gelegen, vom Halbgott Pan beherrscht, ist
dieses Land eine künstlerische Verdichtung des Themas der
irdischen Beschränktheit gegenüber einer übernatürlichen,
nur vorstellbaren Vollkommenheit. Aus dieser Dissonanz
heraus entsteht die elegische Gestimmtheit, die
melancholisch sich dem Fernen und dem Vergangenen
zuwendet. Im Lauf der Bedeutungsgeschichte hat das Motiv
allerdings eine Verwandlung erfahren: »Et In Arcadia Ego«
beschreibt dann eher in einer zweiten Ebene den Gedanken,
auch in diesem Land der klassischen Kultur, dieser
dialektischen Selbstbestimmung gewesen zu sein (Goethe in
Italien).
Eine Grenzsituation bestimmt auch den tatsächlichen Ort
des Projektes. Das Gebäude der Schule befindet sich
unterhalb eines Hügels, auf dem ein Besiedlungsplatz mit
Bauresten seit der Römerzeit gelegen ist.
(Es gibt einen interessanten Blog mit
Bildern von dem Filmemacher und Fotografen Jordi
Navarro Fisas). Seit dem Mittelalter ist für
diesen Ort die Bezeichnung »Varvaria« überliefert. Für
die Römer begann in dieser Gegend »Barbaria«, die
meist ungenau definierte Grenze ins Wilde, ins
Nicht-Römische. Die Kulturschichten folgen einander
bis in die jüngste Zeit, deren Verwüstungen auch noch
präsent sind. Die Menschen, die Landschaft und die
Geschichte ergeben wie in einem Brennpunkt eine sehr
dichte, dabei aber überschaubare Atmosphäre, eben
einen Genius Loci, der zur Bearbeitung dieser
angesprochenen Themen geradezu herausfordert.
Schon während der Umbauphase des Gebäudes soll das
Programm die Aktivitäten anlaufen: geplant ist, dass
Künstler sich dort aufhalten, die sich mit der Situation
auseinandersetzen in Werken, die dort entstehen –
vielleicht auch zum Teil dort bleiben –, Symposien und
Vorträge veranstaltet werden, die das Thema in
kultureller, sozialer oder wirtschaftlicher Hinsicht
diskutieren.
Der Anfang ist gemacht: Die Renovierungs- und
Umbauarbeiten haben begonnen (Erste Architekturskizzen als pdf »17MB«
von MILIVOJ BIJELIĆ, MLADEN ŠKREBLIN, RENE
LISAC) mit
Hilfe des ersten Zuschusses von 40.000 Euro zu den
Baukosten, den das Kulturministerium in Zagreb
bewilligt hat.